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Partout E.H. (1987-2008)

Braun, Stern
geb. 05.06.1987
Maße in cm:
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Stockmaß |
Brustumfang |
Röhre |
| 2½ jährig |
168 |
197 |
20.5 |
| volljährig |
170 |
|
22 |
Züchter:
Toni Elsner, Seibersbach
Aufzüchter:
Toni Elsner, Seibersbach
Gekört Hengstmarkt Neumünster 1989
www.uytert.nl
Pedigree
| EH Arogno, Db. 1976 |
Flaneur, Db. 1965 |
Maharadscha, Sch. 1957 |
Famulus |
| Marke |
| Flocke IV, B. 1959 |
Gabriel |
| Flora |
| Arcticonius xx, Sb. 1968 |
Apollonius xx, F. 1953 |
Archive xx |
| Preen xx |
| Arctic Gail xx, Db. 1960 |
Hill Gail xx |
| Arctic Path xx |
| Pedola, PS/ES, F. 1972 |
Donauwind, B. 1965 |
Pregel, Sch. 1958 |
Tropenwald |
| Peraea |
| Donaulied, R. 1960 |
Boris |
| Donau |
| PS Peggi, F. 1960 |
Altan, F. 1943 |
Hirtensang |
| Alicante |
| Pellerine, F. 1950 |
Hansakapitän |
| Pelargonie |
Hengstlinie des Fetysz ox, Stutenfamilie der T4A1 Peggi (Gestüt Birkhausen)
Eigentümer
| 1989-2002: |
TCN Promotion |
| seit 2002: |
Besitzergemeinschaft Partout |
Stationierung
| 1994-1995: |
Hengststation Heerewaarden (van Uytert) |
NL |
| seit 2002: |
Hengststation Heerewaarden (van Uytert) |
NL |
Eigenleistungen
Hengstleistungsprüfung Adelheidsdorf 1990
| Charakter: |
8,0 |
Schritt: |
9,33 (T 8,0) |
| Temperament: |
8,0 |
Trab: |
9,33 (T 9,0) |
| Leistungsbereitschaft: |
8,0 |
Galopp: |
8,33 (T 9,0) |
| Leistungsfähigkeit: |
8,0 |
Springanlage: |
6,0 (FS 5,5, Parc 7,67) |
| Rittigkeit: |
9,75 (T 9,0) |
Geländeprüfung: |
7,67 |
| Rittigkeitsindex: |
151,27 (1) |
Springindex: |
99,79 (34) |
| Gesamtindex: |
140,46 (3/70) |
Leistungsklasse: |
|
Turniersporterfolge:
bis Grand Prix Special im internationalen Dressursport
Nachzucht
Exterieur:
| Anzahl Töchter |
Typ |
Oberkörper |
Fundament |
Schritt |
Trab |
Galopp |
Gesamt-
eindruck |
Gesamt-
zuchtwert |
Widerrist-
abweichung |
| 28 |
106 |
137 |
133 |
129 |
136 |
137 |
147 |
142 |
0,5 |
Gekörte Söhne (7): Goodwood, Halbgott, Maserati, EH Monteverdi, Sarasani, Seeräuber, Pour Plaisir (Bay)
Töchter (35): PS/SPS Rheinaue, Dakota von der Heide, u.a.
Nachkommen im Sport:
| Eingetragene Turnierpferde: |
62 |
| davon mit Platzierungen: |
15 (in 2006) |
| davon in Klasse M. und S.: |
5 |
Es ist schwer, bei einem überragenden Stempelhengst aus 14 Söhnen mit ganz unterschiedlichen Qualitäten und Verdiensten einen „Kronprinzen“ zu küren, aber aus heutiger Sicht dürfte Partout wohl der beste Nachfolger seines legendären Vaters Arogno sein. Warum? Weil er selbst Arognos erfolgreichster Nachkomme im Sport war, weil er aus einem der – im wahrsten Sinne des Wortes – edelsten Stutenstämme des Hauptgestüts stammt, und weil er züchterisch echte Marken gesetzt hat.
Partout war ein Volltreffer – in jeder Hinsicht, nicht nur ganz allgemein für die Trakehner Zucht und für den internationalen Dressursport, sondern auch sozusagen „im Kleinen“. Für seinen Züchter Toni Elsner, der eine kleine, aber feine Trakehnerzucht in Rheinland-Pfalz unterhält, für ein zur damaligen Zeit gerade aus der Taufe gehobenes Konsortium niederländischer Trakehnerfreunde, die den Ruf des Trakehners als Sportpferd fördern wollten, für Anky van Grunsven, die mit diesem Hengst ihr erstes wirklich hochveranlagtes Dressurpferd unter den Sattel bekam, und schließlich auch für Joop van Uytert, auf dessen Hengststation im niederländischen Heerewaarden Partout der Star ist.
Trakehner Contact Netherlands, das war eine Handvoll Trakehner-verrückter Holländer um Arie Timmer und Antoon van Osch, die sich Ende der 80er Jahre auf die Fahnen geschrieben hatten, ihr Landsleute von den sportlichen Qualitäten des Trakehners zu überzeugen. Sie unterbreiteten der damals noch völlig unbekannten jungen Dressurreiterin Anky van Grunsven das Angebot, sich beim Hengstmarkt in Neumünster ein Pferd auszusuchen, um es in den Sport zu bringen. Dass der Auserwählte gekört wurde, war alles andere als geplant – trotzdem blieb Partout für die TCN-Kasse erschwinglich.
TCN Partout erfüllte seinen Auftrag mehr als gewissenhaft. Schon die haushohen Noten für Charakter und Rittigkeit bei der Leistungsprüfung in Adelheidsdorf wiesen den Weg: Ein geradliniger Aufstieg bis in die höchsten Klassen des internationalen Dressursports überzeugte nicht nur ganz Oranjeland, sondern machte Anky van Grunsven zu einer der bekanntesten Dressurreiterinnen. 1998 wurde Partout Trakehner Sportpferd des Jahres. 24.580 Euro Gewinnsumme (die ja nicht alle internationalen Starts umfassen) standen bei der FN auf dem Konto des Trakehnerhengstes, als er 2002 auf dem 40. Hengstmarkt aus dem Sport verabschiedet wurde.
Partout hatte nur ein Problem: Seit er 1994/95 zum ersten Mal zum Deckeinsatz gelangte, war er ungemein hengstig, was ihm auf Turnieren nur allzu oft zum Verhängnis wurde – immer wieder zog er sich böse Verletzungen zu, die wieder und wieder zu Zwangspausen führten. Da blieb es nicht aus, dass er stets hinter Ankys Erstpferd Gestion Bonfire zurückstehen musste und zeit seines Sporteinsatzes ihre Nummer zwei blieb. Freilich hat auch Anky van Grunsven mehr als nur einmal eine Kastration in Erwägung gezogen, doch angesichts der hervorragenden Nachzucht schon aus diesen beiden ersten Fohlenjahrgängen zog sie eine Verabschiedung des Hengstes aus dem Sport vor. Zum Glück für die Trakehnerzucht.
Die Eckpfosten von Partouts 5-Generationen-Pedigree bilden die beiden Vollblutaraber Fetysz ox und Lowelas ox – eine interessante Konstellation, zumal die beiden starken Rappen Gabriel und Hansakapitän ebenso wie der noble Fuchs Hirtensang doppelt in Partouts Pedigree auftreten. Eine Aufreihung von Vererberlegenden – Arogno und sein Vater Flaneur sind hier ebenso vertreten wie Donauwind und sein Vater Pregel sowie der große Altan – und die Verbindung von drei erstklassigen Stutenstämmen der Nachkriegszucht: Wohl wahr, Partout brachte alles mit, was das Züchter- und das Reiterherz höher schlagen ließ …
Anlässlich der Körung beschrieb der Zuchtleiter den angehenden Vererber wie folgt: „Partout, ein großrahmig angelegtes Reitpferdemodell mit großer Schulter und mittelstarkem Fundament; die Hufe könnten etwas breiter sein. In der Bewegung zeigt der Hengst viel Schulterfreiheit, viel Schub und guten Schwung. Darüber hinaus verfügt er über eine gute Springmanier.“
Seine hervorragende Konstitution bewies Partout – nach einer internationalen Sportkarriere und nicht wenigen Verletzungen – im Alter von 18 Jahren, als er sportlich-athletisch bei der Hengstschau in Münster-Handorf eine Freiheitsdressur vorführte, die ihresgleichen sucht und wohl noch lange in der Erinnerung all derer verbleibt, die daran teilhaben durften.
DER VATER
Partout ist einer der 14 für die Trakehnerzucht gekörten Söhne des großen Arogno. Hinsichtlich der Würdigung der Verdienste dieses herausragenden Beschälers schließe ich mich gern den Worten von Erhard Schulte an, der diesem Ausnahmevererber mit knappen Worten großes Lob zollte:
Der große Arogno, so nennen ihn seine zahlreichen Anhänger und Bewunderer. Der noble, harmonische und besonders rittige Flaneur-Sohn hat Akzente gesetzt, wie kaum ein anderer in der Neuzeit der Trakehner Zucht. Er gilt als Rittigkeitsgarant und nur der Name des Mahagoni verdient es in einem Atemzug mit ihm genannt zu werden bzw. zu einem Vergleich herangezogen zu werden. Doch zumindest hinsichtlich seiner Bedeutung für die Warmblutzuchten ist Arogno dem Pasteur xx-Sohn überlegen, denn auch hier wird sein Name mit Hochachtung und einer gewissen Begehrlichkeit genannt.
Unter 14 in der Trakehner Zucht gekörten Söhnen befinden sich allein sechs Prämienhengste. Mit Schwadroneur, Giorgio Armani, Napoleon Quatre, Wakond, Partout und Ivernel verweist er auf sieben Söhne, die im Dressursport der Klasse S erfolgreich gingen, Partout auch in internationalen Konkurrenzen. Schwadroneur ist der „Held dänischer Dressurpferdezucht“, Karon und Traumdeuter haben in Oldenburg Wertvolles geleistet. Und als Rittigkeitsvererber gelten sie allesamt. Seine Hengstlinie steht in dem von ihm begründeten Zweig in starker Blüte. Die Zweige des Karon–Caprimond, Ivernel–Prêt á Porter–Le Rouge, Partout–Monteverdi und Schwadroneur–Priccolino besitzen zudem beste Voraussetzungen, die Trakehnerzucht der Zukunft wesentlich mitzubestimmen.
Die Zahl der Arogno-Töchter ist unübersehbar, sie nehmen maßgeblich am Zuchtgeschehen teil und eine große Gruppe unter ihnen zählt zu den besten Müttern der Gesamtzucht, sowohl von der eigenen Exterieur-Qualität her als auch von der Vererbungs-Leistung her. Ein wehmütiges Erinnern gilt immer noch dieser ganz besonderen Hengstpersönlichkeit und in ebenso starkem Maße seinem Vater, dem legendären Flaneur und seiner Mutter, der großartigen und eindrucksvollen Arcticonius xx.
DIE MUTTER
Dr. Fritz Schilke – wer könnte die Familie kompetenter umreißen? – zollt diesem Stutenstamm großes Lob: „Pelargonie und Peraea gehen auf die Schimmelstute Pergamon v. Cancara zurück. In diesen beiden Stuten ist das edelste Blut des Hauptgestüts Trakehnen mit starker Betonung des arabischen Elements vereinigt, nicht nur durch Lowelas ox und Fetysz ox, sondern auch durch Aladin und Nana Sahib x. Hoher Adel, guter Charakter und Leistungsbereitschaft, die ausgenutzt sein will, sind bezeichnend. Gute Rittigkeit und hervorragender Bewegungsablauf sind typische Merkmale dieser Familie.“ Inzwischen sind die beiden Familien weit verzweigt, sodass Pedolas Mutter Peggi vom Gestüt Birkhausen aus als eigener Zweig geführt wird.
Pedola war eine Halbschwester des in Österreich eingesetzten Beschälers Page v. Carajan und des L-Springpferdes Perey v. Carajan sowie rechte Schwester des in die USA abgegebenen Beschälers Pikör und der in Dänemark bewährten Pillau II. Ihr Halbbruder Pascal v. Matador ging im Dressur- und Vielseitigkeitssport erfolgreich bis Klasse L, deckte einige Jahre auf dem Leichthof in Biebelried/Bayern und wurde dann nach Großbritannien abgegeben.
Pedola selbst wurde auf der I. Trakehner Bundesschau in Verden 1975 mit einem Ic-Preis, bei der I. Landesschau des Zuchtbezirks Rheinland-Pfalz-Saar im selben Jahr in Emmelshausen mit dem Ia-Preis und bei der I. Bundesschau des Deutschen Reitpferdes in Münster-Handorf 1979 mit dem Ib-Preis ausgezeichnet.
Zu ihrer Nachzucht zählen die eingetragenen Töchter Poesie und Petite, beide v. Karwendelstein, das M-Springpferd Petrowitsch v. Leonardo, das S-Springpferd Perina v. Präfectus xx und der Hengst Partout. Petite wurde Mutter der Pikée v. Arogno, die nicht nur den inzwischen auch im Deckeinsatz stehenden Dressurhengst Payano v. EH Herzruf brachte, sondern auch das Olympia-Vielseitigkeitspferd Peppermint III v. Zauberklang.
Grund genug also, diese herausragende Stute mit dem Elitetitel des Trakehner Verbandes zu adeln …
Pedolas Vater Donauwind, ein Pregel-Sohn aus der Zucht von Curt Krebs, gilt als Prototyp der Zucht. Er machte den Auftakt zu einer wahren Dynastie an herausragenden Zuchtpferden des Donau-Stammes. Zu seinen Söhnen zählen Zuchtheroen wie Unkenruf, Matador und Lucado ebenso wie Sportgrößen vom Format eines Spring-Olympiasiegers Abdullah und einer Dressurlegende Fabian.
Pedolas Mutter Peggi schenkte der Zucht in 19 Zuchtjahren 16 Fohlen und wird damit selbstverständlich – wie schon ihre Mutter Pellerine – im FN-Leistungsstutbuch D geführt. Sie ist zudem verbandsprämiert. Ihre rechte Schwester Pelztierchen begründete die „Pelz-Dynastie“ innerhalb der Stutenfamilie, ihr rechter Bruder Pelion galt als Vererber edler, harter Pferde mit guten Bewegungen. Ihre Halbbrüder Pellegrini und Pelikan, beide v. Boris, Perlenkönig v. Auftakt, Perlenglanz v. Morgenglanz und Peer Gynt v. Postmeister zählen zu den besseren Hengsten der Nachkriegszucht. Peggi erhielt 1964 auf der DLG-Ausstellung in Hannover einen Ic-Preis, 1968 bei der DLG-Ausstellung in München einen II. Preis und 1975 bei der I. Bundesschau in Verden einen If-Preis.
Pedolas Muttervater ist der als typvoll, korrekt und harmonisch beschriebene Altan. Der noch in Trakehnen geborene Fuchs vom Parsival-Sohn Hirtensang und der Dampfross-Tochter Alicante gehörte dem Landgestüt Celle, wo er auf den Deckstellen Thedinghausen und Euskirchen stand. Neun Jahre lang war er ans Gestüt Hunnesrück ausgeliehen und konnte dort entsprechend für die Trakehner Zucht eingesetzt werden. Vor allem die Töchter, darunter Marquise, Valeska, Mirakel und Corry, prägten die Nachkriegszucht.
NACHZUCHT
Partouts Debütjahrgang in der Trakehnerzucht wurde 1995 geboren, und schon mit seinem zweiten Jahrgang führte der Hengst sich mit Paukenschlag in Neumünster ein: Siegerhengst Monteverdi, Prämienhengst Halbgott und mit Goodwood und Seeräuber zwei weitere Gekörte im Lot. Und das in einem Jahrgang, dem so hervorragend eingeschlagene Hengste wie Tambour, Latimer, Ursprung und Heartbreaker angehörten! Nicht nur das – auch in den Niederlanden wurde er stark genutzt, obwohl die Pferde kein volles Papier erhielten. Allein in den ersten beiden Jahrgängen wurden 253 lebende Fohlen geboren, von denen 130 als Turnierpferde eingetragen wurden – das heißt, die Hälfte der Nachzucht ging in den Sport. Sensationell.
Die Nachzucht des Partout ist vornehmlich dressurbetont gezogen und macht auch vornehmlich auf dem Dressurviereck von sich reden – wen wundert’s? In den Niederlanden etwa ist die Stute Exquis Nadine sehr erfolgreich unterwegs. Sie wurde von Ellen van der Berg in den Sport gebracht und zählt im Moment unter Hans-Peter Minderhoud zu den ganz großen Konkurrenten der erfolgsverwöhnten deutschen Dressurmannschaft bei der Europameisterschaft in Turin. Weitere im Dressursport bei den westlichen Nachbarn erfolgreiche Partout-Kinder sind Orion (Bart Bax), Nevita (Margo Timmermans), Orlando (Linda Verwaal), Once Upon a Time (Carolien Reverdink), Okkie (Carmen van der Mark) und Oogappel (Aat van Essen).
In Deutschland ist sein inzwischen ebenfalls zum Elitehengst gekürter Sohn Monteverdi bisher am erfolgreichsten. Alesi a.d. Aranja v. EH Michelangelo, Avanti a.d. Avantgarde v. EH Marduc, der inzwischen in die USA verkaufte Halbgott a.d. Hatari v. EH Consul sowie Prinz Eisenherz a.d. Kapri III v. Matador (bis St. Georg) sind ebenfalls in Klasse S erfolgreich unterwegs. Erfolge bis Klasse M haben Maserati a.d. Mercedes VI v. EH Benz, Surtout a.d. Samsara v. EH Caprimond, Goodwood a.d. Go-Da v. Ibikus, Antonelli a.d. Atalaya v. Monsagem und Atout a.d. Almblüte v. Polargeist. Etwas aus der Art schlägt Par Excellence a.d. Pamiga v. Amiego, der in Spring- und Geländeprüfungen bis Klasse M erfolgreich ist.
Die oldenburgisch gebrannte Petite Partout geht Springen bis Klasse M/B. Die beiden Bayern Pour Plaisir und Pretty Woman sind in Dressur bis Klasse M/A erfolgreich, und der KWPN Oliver geht Dressur bis Klasse S. Insgesamt haben Partouts Nachkommen auf deutschen Turnieren knapp 32.000 Euro gewonnen.
Sieben Söhne des Partout konnten inzwischen vor den gestrengen Augen der Körkommission in Neumünster bestehen. Allen voran natürlich sein ältester und auch sportlich erfolgreichster: Monteverdi, der mit dem „Nachnamen“ TSF für die Trakehner Sportpferdeförderung Werbeträger ist. Der Körsieger von 1998 stammt aus der hochbewährten Elitestute Miami v. Matador u.d. Mirabel v. Kosmos des Gestüts Heinen-Bönninghardt, die auch den Elitehengst Michelangelo fohlte. Monteverdi war beim Bundeschampionat 2001 dabei, war Finalist bei der WM der Jungen Dressurpferde 2002 und wurde von Fie Skarsoe in den Sport gebracht mit Siegen bis Intermédiaire I. Inzwischen stellt die Chefin des Gestüts Wiesenhof, Valerie Hüttner, den Hengst selbst in schweren Dressurprüfungen vor. 2005 wurde ihm der Titel eines Elitehengstes verliehen. Mit Oliver Twist steht bereits ein Monteverdi-Sohn in der Zucht, hochbewertete Stuten wie Gloria XVIII (Eintragungs-Reservesiegerin 2004 im Rheinland), Shanara (Hessen) Rose Rosee (Ba-Wü) und Zenith, die Beste Vierjährige in Rheinland-Pfalz-Saar 2006, tragen das Erbe ihres Vaters auf der mütterlichen Seite weiter.
Halbgott war im selben Körlot wie Monteverdi Prämienhengst, damals noch unter dem Namen Heavens Door. Er stammt aus derselben Zuchtstätte wie sein Vater Partout, seine Mutter Hatari brachte über den Leistungsvererber Consul, den DLG-Sieger Matador, der Birkhausener HLP-Reservesieger Grimsel und den ausgewiesenen Springvererber Carajan bestes Blut mit. Sie zählt zur schmalen, aber mit Vererbern wie Hyllos v. Halali und Heldenberg v. Symbol immer wieder positiv aufgefallenen Familie der Hannelore (Hollatz-Oberode). Auch das S-Springpferd Heideprinz und das Grand-Prix-Dressurpferd Chronos, der der Zucht leider aufgrund seines tragischen Todes verloren ging, stammen aus dieser Familie. Halbgott ist ein typischer Partout-Sohn und begeistert immer wieder mit Bewegungen, die durch den ganzen Körper fließen. Nach seiner Leistungsprüfung in Medingen ging er in den Ausbildungsstall Armbrust, war zweimal beim Bundeschampionat dabei und hat unter Hans-Jürgen Armbrust und seinen Schülern Erfolge in Dressuren bis Klasse S aufzuweisen. Inzwischen ist er in die USA verkauft und geht dort unter dem Mexikaner Marco Bernal in der kleinen FEI-Tour.
Goodwood, ebenfalls aus Partouts zweitem Fohlenjahrgang, stammt aus der in Dänemark begründeten Familie der Godiva xx. Seine Mutter Go-Da hat den exzellenten Dressurvererber Ibikus zum Vater, als Großvater finden wir den Halali-Sohn Atoll, der mütterlicherseits über Hartung und Burnus AAH leistungsbetont gezogen ist und in der dänischen und luxemburgischen Zucht wirkte. Goodwood stammt aus der Zucht von Dr. Angelica Lauritzen, Dänemark, und steht auf der Station Kupczak in Langenhagen (Nds-H). Selbst war der Hengst erfolgreich in Dressurprüfungen bis Klasse M/A und in Springpferdeprüfungen der Klasse L, 2002 stellte er mit Thanksgiving a.d. Tamora II v. EH Hohenstein seinen ersten gekörten Sohn, der für 20.000 Euro nach Bayern zugeschlagen wurde und dreijährig beim Bundesturnier unter Joan Brümmer Champion wurde (ex aequo mit Elfengeist und Hella Kuntz).
Maserati war Reservesieger der Körung 1999, er stammt aus der Mercedes VI v. EH Benz u.d. Marani v. EH Arogno, sodass er in 2./3. Generation auf den Ausnahmevererber Arogno ingezogen ist. Der Braune aus der Zucht von Ursula Landwehrmann, Schmallenberg, steht mittlerweile im belgischen Gestüt Haras des Quatre Chemins als Boxennachbar von Guzzi und ist u.a. Vater der Eintragungssiegerin Neue Bundesländer Süd von 2004, Vara a.d. Variable v. Kalif, die im bayerischen Kreuth im vergangenen Jahr auch ihre Stutenleistungsprüfung gewann.
Sarasani, 1999 geboren, ist ein Vollbruder zum M-Dressurpferd Surtout und stammt aus der Samsara v. EH Caprimond und der hochbewährten Elitestute Schwalenburg v. Mozart. Der 1.74 m Stock große Braune ist noch im Besitz seines Züchters Norbert Therstappen, Gestüt am Belgenbach, Simmerath, und steht auf Station im Gestüt Domselshof.
Seeräuber, ein 1996 geborener Brauner a.d. Samira III v. Kostolany, führt mütterlicherseits über den Amagun-Sohn Inox, den Halbblüter Kunzit und den Cornau-Vater Lothar seltenes, aber wertvolles Blut. Leider wurde der Hengst nicht alt genug, um in der Zucht wirken zu können.
Pour Plaisir wurde 1996 in Bayern aus der Weltmeyer-Tochter Winkel gezogen, die auch Mutter des unter Holga Finken zweimaligen Burg-Pokal-Finalisten Wanesco ist. Pour Plaisir ging ins Haupt- und Landgestüt Schwaiganger, qualifizierte sich 2002 für das Bundeschampionat der Sechsjährigen und hat mittlerweile Dressurerfolge bis Klasse M/A.
35 Partout-Töchter verzeichnet das Trakehner Stutbuch mittlerweile, davon wurden vier mit einer Staatsprämie bedacht, eine wird im FN-Leistungsstutbuch A geführt. Zwei seiner Töchter sind bereits Mütter von gekörten Hengsten geworden: Die doppelt prämierte Rheinaue a.d. SPS Rheinsonne v. EH Itaxerxes aus der Familie der Regatta (Heitfeld-Oberhausen) ist Mutter des auf Gisela Gunias Eichenhof stationierten Rheinklang v. EH Gribaldi; Dakota von der Heide a.d. Dana von der Heide v. Finley M ist Mutter des im vergangenen Jahr gekörten Dillenburger K2-Sohnes Dorkas.
Ganz offensichtlich passt Partout hervorragend zu blutgeprägten Stuten, aus denen bislang die beste Nachzucht fiel.
Epilog: Im Alter von 21 Jahren starb Partout am Morgen des 28. Juni 2008 auf seiner Deckstation in den Niederlanden. Der Hengst erlitt beim Absamen einen Herzstillstand.
Text und ©: Karin Schweiger
Fotos: Jan Tönjes, Arnd Bronkhorst (Eurodressage), TI, Escher (Hengstbuch) |
Mit freundlicher Genehmigung von www.trakehnerfreun.de


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