Frankreich das Land der Angloaraber und der blutgeprägten Sportpferde. Das Land, in dem obgleich das Französische die Sprache der klassischen Dressurreiterei ist Springen und Vielseitigkeit einen hohen Stellenwert besitzen. Das Land, in dem arabische Blutelemente in der Sportpferdezucht Rang und guten Klang haben. Und das Land, aus dessen großem Schatz an hervorragenden Hengsten sich deutsche Zuchtverbände gern bedienen. Gerade Oldenburg und Holstein sind in dieser Sache in der jüngeren Zuchtgeschichte häufige Vorreiter gewesen.
Auch anlässlich der Januar-Körung 2007 in Elmshorn stellte sich ein französischer Angloaraber den Augen der Körkommission und was für einer!
Ein Zuchtpferd und insbesondere einen Hengst beurteilt man ja für gewöhnlich nach drei Hauptkriterien: Exterieur, Eigenleistung und Nachzucht. In allen drei Kategorien konnte der Schimmel, der da vor der Holsteiner Körkommission stand, mächtig punkten. "Sehr schöner Schimmelhengst mit viel Rassetyp, fein mit sehr hübschem Kopf. Drei ausgezeichnete Grundgangarten, sehr talentiert und ambitioniert beim Springen. Kraftvoll im Rücken. Röntgenologische Klassifizierung: vorzüglich", so bereits das Hengstbuch in Frankreich über den Angloaraber. "Er verfügt nicht nur über ein beeindruckendes Springvermögen, sondern ist auch ein wunderschöner, großrahmiger, mit sehr viel arabischem Typ ausgestatteter Hengst", so die Vertreter des VZAP, deren Stolz über die Zuchtzulassung für einen arabisch gezogenen Hengst durch den Holsteiner Verband der 12-jährige Franzose anfachte.
Hermès d'Authieux blickte zum Zeitpunkt seiner Zuchtzulassung durch den Holsteiner Verband auf eine sehr erfolgreiche Sportkarriere in Frankreich zurück. Bereits fünfjährig hatte er auf seine Qualitäten aufmerksam gemacht: Unter Fernand Leredde dominierte er seine Altersklasse anlässlich des noch jungen Europachampionats der Springhengste, im Jahre 2000 im französischen Gestüt St. Lô ausgetragen.
Xavier Leredde, Jérome Gachignard und Yannick Martin führten den Hengst zu Erfolgen in großen Springprüfungen einschließlich CSI-Turnieren. Unter anderem gewann er CSI**-Prüfungen in Rion und Dijon. Allein sieben Platzierungen an 1. bis 3. Stelle und eine ganze Menge weitere in Springprüfungen der Klasse S bis zu Zwei- und Drei-Sterne-Niveau stehen auf seinem Konto. In Frankreich wird Hermès d'Authieux mit einem Sportindexwert von 154 geführt.
Und der Hengst setzte diese sportliche Erfolgsserie fort. Unter Janne-Friederike Meyer zeigte er sich nicht nur anlässlich von Hengstschauen über Sprüngen, sondern auch im Turniersport. Bisher hat es in Deutschland trotz sparsamen Einsatzes nochmals für 578 € Gewinnsumme gereicht. In der Turniersaison 2008 ging Hermès d'Authieux AA unter der gerade 18-jährigen Schwedin Märta Elander Wisten an den Start und erzielte Platzierungen in S*-Springen. Anfang 2009 bei der Hengstschau des Holsteiner Verbandes saß Christina Gustafsson, Lebensgefährtin des Verbandsreiters Rolf-Göran Bengtsson, im Sattel des Schimmels und demonstrierte erneut dessen außergewöhnliches Springtalent.
Natürlich blickte die Holsteiner Kommission auch auf die Nachzucht, die dieser Hengst in Frankreich hinterlassen hat. Immerhin sollte das ja seine Hauptaufgabe im Land zwischen den Meeren werden. Die ältesten Kinder des Schimmels wurden damals gerade sechs Jahre alt und da gibt es ja schon mehr Aussage als die erfreuliche Tatsache, dass Hermès d'Authieux 2003 in Frankreich sowohl bei den Hengst- als auch bei den Stutfohlen den Champion der Angloaraber stellte.
Nicht nur der Hengst war in Frankreich gefragt, auch seine Nachzucht erfreute und erfreut sich großer Beliebtheit bei unseren Nachbarn. Mit Oiseau d'Ivraie in den Diensten des Nationalgestüts und O'Pif d'Ivraie in Privatbesitz sind bereits zwei seiner Söhne gekört. Der 2006 erstmals ermittelte Vererbungswert war beachtlich und deckte höchst Erfreuliches auf: 20% der Nachkommen von Hermès d'Authieux hatten sich für die Finalprüfungen in Fontainebleau qualifiziert, wo die Franzosen alljährlich analog zum deutschen Bundeschampionat ihre besten 4-, 5- und 6-jährigen Springpferde ermitteln. O'Pif d'Ivraie sorgte 2006 dann auch noch für das Tüpfelchen auf dem i, legte zwei Doppelnull-Runden im Finale hin und war damit Champion.
Ein Blick ins Pedigree schließlich veranlasst den Kenner zum Zungenschnalzen. Mit Ithuriel und Nahiade stehen da nicht nur zwei Zuchtpferde in vorderster Front, die mit hocherfolgreichen Springpferden auffielen, da begegnen uns auch in Deutschland seit Jahren hochgeschätzte Namen: Israel etwa, der im Pedigree gleich zweimal auftaucht, verdankt die Oldenburger Zucht doch Einiges, den Namen des ebenfalls doppelt vertretenen Nithard liest man gern im Pedigree von Sportaspiranten, und für Rantzau xx haben Holsteins Züchter eine besondere Schwäche ...
Es ist also zum einen ein Pedigree, das vor Leistungsblut strotzt, zum anderen eines, in dem eine Reihe von Namen auftaucht, die in deutschen Warmblutzuchten schon Positives bewirkt haben ideale Voraussetzungen für einen segenbringenden Einsatz auch hierzulande.
Wie in der Vollblutzucht üblich, finden wir in Hermès' Pedigree einiges an Linienzucht bzw. Blutanschluss: Kesbeth zum Beispiel finden wir in 3./5./5. Generation, Israel in 3./5. Ahnenreihe. Kesbeths Sohn Nithard taucht in 4./4. Generation zweimal auf, und auch Israels Mutter Lonlaine begegnet uns auf der Mutterseit des Ithuriel erneut. Denousté, jener berühmte Araber in der französischen Leistungszucht, tritt in 5./6. Ahnenreihe auf, ebenso wie Ficeleur bei Emir auf Vater- und Mutterseite.
Bei so viel Qualität konnte auch die Trakehner Zuchtleitung nicht widerstehen, die ja gern mal zu den in Holstein anerkannten Spezialblütern schielt, wenn der Ruf nach frischem Blut in den eigenen Reihen laut wird. Keine zwei Monate nach der Körung durch den Holsteiner Verband erhielt der Schimmel zusammen mit den beiden ebenfalls in den Diensten des Holsteiner Verbandes stehenden Vollblütern My Happy Guest xx und Talkative xx die leider beide nicht mehr leben die Anerkennung für die Zucht von Fohlen mit dem Elchschaufelbrand.
"Ungemein edler, vom Vollbluteinfluss geprägter französischer Anglo-Araber im mittleren Rahmen mit trockener Textur und leichtem Genick. Etwas sparsam in der Widerrist-Partie, was vielleicht auch die zuweilen fehlende Bergauf-Tendenz im Gang erklärt. Bei gutem Schritt ist der Trab fleißig und akzentuiert und die Galoppade raumgreifend und genügend kraftvoll. Typ des sympathischen Blutpferdes mit viel Herz, interessanter Abstammung und sehr guter Eigenleistung im Springsport bis zur Klasse S", so lautete das Urteil des Zuchtleiters zu Hermes d'Authieux.

DER VATER
Ithuriel war selbst vielfacher Springsieger, u.a. gewann er unter Xavier Leredde bei den CSIO-Turnieren in Barcelona und Lissabon, war wie viele seiner Kinder 4-, 5- und 6-jährig Finalist in Fontainebleau. Nach zwei Jahren des Exils in Portugal kam er 10-jährig zurück nach Frankreich, um seine Sportkarriere fortzusetzen (er hat über 100.000 € gewonnen) und rangiert seitdem stets in der Spitzengruppe der Vererber. Er ist Vater des internationalen Springpferdes Cincaba Rouge, der einen sehr hohen Sportindex von 176 hat und mittlerweile in Frankreich gekört ist. Ithuriel ist außerdem Vater des vorzüglichen Fly by Night, der einige Jahre in Nordamerika sehr erfolgreich durch die Parcours zog und einige Sport- und Ehrentitel einheimste. Harpad d’Authieux gewann Springen bis 1,40 m und Eclat d’Or du Cos ist erfolgreich im Vielseitigkeitssport.
Ithuriels Vater Night and Day xx gilt als einer der besten Vollblüter in der französischen Sportpferdezucht, er ist Großvater des olympischen Goldmedaillengewinners Jus de Pomme und Vater weiterer nationaler und internationaler Sieger, darunter Jarnac de la Bonnette (1.50 m), Jumpy des Fontaines und La Pomme.
Ithuriels Muttervater Kesbeth ist in der deutschen Zucht vor allem durch seinen Sohn Nithard berühmt geworden. Dessen Tochter Resena lieferte mit Inschallah AA nicht nur einen Helden der Oldenburger Sportpferdezucht, sondern mit Cacir AA auch noch einen Veredler für die westfälische Warmblutzucht. Nithards Sohn Pancho II AA machte sich mit seinen Söhnen Matcho AA (Hannover) und Upan la Jarthe AA (Trakehner, Westfalen) unentbehrlich. Pancho II ist zudem Muttervater des Cafettot, der in Frankreich als ausgezeichneter Sportpferdemacher gilt. Von 146 lebenden Fohlen haben 34 Erfolge im Sport, am bekanntesten das Vielseitigkeitspferd Ramdame, dessen Index 180 ihn als internationales Spitzenpferd ausweist. Cafettots Enkel Hamit AA ist bereits in unserer Hengstdatenbank portraitiert.
Nithards Tochter Stella, selbst in internationalen Springen erfolgreich, wurde Mutter der Hengste Olisco und Quickstar, beide international im Springsport gegangen und mit ihrer Nachzucht in den Parcours der Welt vertreten u.a. mit Meredith Michaels-Beerbaums Weltcup-Siegerin Stella.
Kesbeths Vollschwester Kesbera, selbst hart und lange im Rennsport geprüft, ist u.a. Mutter der Keseybiss. Auch sie erzielte Siege und Platzierungen in Hindernisrennen und Springprüfungen, bevor sie in die Zucht ging. Ihr Sohn Kesgaouyouse x war das erfolgreichste Vielseitigkeitspferd in Frankreich 1976, die Vollbrüder Kespoulit x, Kes Biarnes x und Kallistos x waren in Flach- und Hindernisrennen erfolgreich, Kabine x war ein erfolgreiches Springpferd. Kallistos AA war der letzte Hengst, den der begnadete Pferdezüchter Clemens Freiherr von Nagel-Doornick auf sein Gestüt Vornholz holte er ist den Trakehnerzüchtern als Vater des Konvoi bekannt.
Über Kesbeths Vater Dadji xx schließt sich der Kreis zu Night and Days väterlicher Linie, denn beide gehen auf den Teddy-Sohn Astérus zurück, aus dessen Nachzucht für deutsche Warmblutzuchten so herausragende Vererber wie Kaiseradler xx, Angelo xx und Marcio xx hervorgingen. Astérus, nach einer Rennkarriere mit 16 Starts, 7 Siegen und 4 Plätzen recht jung gestorben, vermochte es trotzdem, mehrmals Champion der Vaterpferde zu werden. Ein Dutzend Söhne setzte seine Linie fort, weit größere Bedeutung kam aber seinen Töchtern zu in dieser Kategorie war er sechs Jahre hintereinander Spitzenhengst in Frankreich.
Ithuriels Großmutter Etincelante hatte dieselbe Mutter wie der große Israel, der in Oldenburg mit seinem genialen Sohn Inschallah AA Zuchtgeschichte schrieb. Jene Lonlaine ist väterlicherseits ebenso wie Kesbeth mütterlicherseits eine Enkelin des legendären französischen Arabers Denousté, auf den fast jedes angloarabische Leistungspferd aus französischer Zucht eine Inzucht oder Linienzucht aufweist. Um hier bei den oben bereits erwähnten Angloarabern zu bleiben, folgende Beispiele: Kallistos AA führt Denousté ox viermal in der 4. Ahnenreihe, Resena AA hat ihn ebenfalls viermal, ihr Sohn Cacir AA sogar sechsmal im Pedigree, Matcho AA weist eine fünffache, Upan la Jarthe eine vierfache Linienzucht auf diesen Araber auf, und Stellas Stammbaum schließlich enthält auch dreimal diesen Namen.

DIE MUTTER
Hermès d’Authieux entstammt einer vorzüglichen Stutenfamilie, die mit zahlreichen Sportpferden aufgefallen ist. Sie gilt als eine der besten Stutenstämme der französischen Angloaraberzucht. So stammt aus der Mutterfamilie auch das CSIO-Springpferd Mokaido AA v. Dionysos II, dessen Mutter Sérénité v. Israel die vierte Mutter von Hermès d’Authieux ist.
Nahiade AAH, die in verschiedenen Quellen auch als Naiade geführt wird, lässt pedigreemäßig mit einer Inzucht in 3./3. Generation auf Nithard und einer solchen auf Israel in 2./4. Ahnenreihe aufhorchen. Die Stute überzeugte nicht nur mit dem Motor an der richtigen Stelle, sie hat sich in der Zucht mit mehreren Spitzenpferden verdient gemacht: Neben Hermès d'Authieux brachte sie auch Boule de Neige Jac, mit dem Rodrigo Pessoa Weltcup-Prüfungen bestritt, und Chipie de Cande, "Pferd des Jahres" in den USA, sowie Illiade d'Authieux, Siegerin in zwei von drei Prüfungen der Sechsjährigen in Fontainebleau.
Nahiades Vater Emir IV, ein 1.65 m großer Schimmel, erregte allein schon durch seine Abstammung Aufsehen. Israel x Nithard, wenn das keine erfolgversprechende Kombination ist! Aus derselben Blutkombination stammen Etoile du Béarn, ein Vollbruder des Emir, der sich in internationalen Springen einen Sportindex von 163 verdiente, die Springstute Bégonia, der in Oldenburg zu großen Meriten gekommene Inschallah und Sunbeam HN. Emir IV hielt zunächst sportlich, was sein Pedigree versprach: Der schöne, qualitätvolle Hengst hatte 6-jährig schon einen Sportindex von 140 auf dem Konto.
Sein früher Tod vereitelte großen züchterischen Einsatz, und er zeugte gerade mal 56 Fohlen. Neben seiner vorzüglichen Tochter Nahiade ist von seiner weiblichen Nachzucht vor allem Nicoméa zu nennen, mehrfache Championesse in Frankreich unter Roger Yves Bost. Emirs gekörter Sohn Quatar du Plaque gilt als einer der derzeit besten angloarabischen Vererber, und Sportpferde wie Prêle d'Armont, Phalène du Béar und Geniane du Maury halten die Fahne Emirs im Sport hoch.
Die berühmte und gefeierte Zucht des Hauses Sabras in Frankreich steht für ein gut Teil dieser Stutenfamilie. Die 1974 geborene Schimmelstute Illiade brachte neben Nahiade den Finalisten des 6-Jährigen-Championats Onyx IV, der in die USA ging, den an gleicher Stelle qualifizierten Cyrius du Theillet, den internationalen Sieger Sacco du Theillet und die Mutterstuten Dame du Theillet v. Jalisco B und Psychèe v. Jalisco B, Mutter des internationalen Siegers Athos du Theillet.
Illiades Vater Phoenix ist ein väterlicher Halbbruder von Holsteins großem Regenerator Cor de la Bryère.
Illiades Mutter Aigrette C vertritt die umgekehrte Blutkombination zu Emir: Nithard x Israel lautet das Pedigree hier. Mit dieser Stute nahm die Familie in der Zuchtstätte Sabras ihren Ausgang. Der Züchter des großartigen Jalisco wusste wohl, was er sich hier für ein Juwel in den Stall geholt hatte, denn die Stute wurde Mutter der interantionalen Sieger Utico du Theillet, Valéo du Theillet und Gorky du Theillet sowie der exzellenten Mutterstute Illiade.
Aigrettes Mutter Sérénité, eine kleine, energiegeladene Stute, wurde mit Dionysos AA angepaart. Daraus entstanden Fougueux, WM-9. und Vater des CSIO-Springpferdes Paprika della Logia, Mokaido, 3. der italienischen Meisterschaft, 3. im Nationenpreis von Dinard, Kapellen, 6. im Worldcup-Grand Prix von Bordeaux, 6. im Großen Preis von Paris und 3. der Mediterranen Spiele, der Hengst Dairin, Vater von Cybelle d'Ossau, des mit 164 Punkten höchstindizierten Angloarabers in Frankreich der letzten Jahre, und das Junioren-EM-Pferd Anatolie. Aus der Anpaarung der Sérénité an den "Chef de race" Nithard entstanden drei Zuchtstuten: Balaika, Lady de la Coste und Aigrette C.
Sérénités Mutter Carmen v. Myosotis ist auch Mutter des Krakatoa, der unter Jean Dasque zu den großen internationalen Siegern zählte und u.a. den Großen Preis von Pau gewann. Carmencita mit dem Sportindex 133 und zwei Zuchtstuten, darunter Sérénité, stellen die weitere züchterische Bilanz der Carmen.

NACHZUCHT
In Frankreich gilt Hermès d’Authieux als vorzüglicher Vererber, wenngleich viele Fachleute der Meinung sind, er wurde für seine Qualität zu wenig genutzt aber diese Klagen kennen wir ja auch aus heimischer Zucht. Seit 2000 wirkte er als Privathengst in der Zucht französischer Angloaraber und Selle-Francais-Pferde. Seine gekörten Söhne Oiseau d’Ivraie (seit 2004) und O’Pif d’Ivraie seit letztem Jahr ebenfalls im Deckeinsatz haben Sportindices von 122 und 126 und waren beide 4-, 5- und 6-jährig für das Finale der Springchampionate in Frankreich qualifiziert.
2006 nahm Hermès d'Authieux zum ersten Mal die Siegerposition der Erfolgsväter bei der bedeutenden Championatswoche von Fontainebleau ein, und zwar nach Anzahl der qualifizierten Pferde im Verhältnis zur Anzahl der geborenen Fohlen bei den Vierjährigen.
2007 schafft der Schimmel es, den Holsteiner Verband aus der Reserve zu locken: Werden neu anerkannte Hengste gewöhnlich auf 80 Stuten begrenzt, so erhielt der springgewaltige Franzose im ersten Jahr seiner Nutzung 120 Stuten zugeführt.
2008 traten seine fünfjährigen Nachkommen einen wahren Siegeszug durch die französische Sportindizierung an, 30% seiner 6-jährigen Nachkommen qualifizierten sich für Fontainebleau, und Nilda Rouge trumpfte beim CSI**** Athen unter griechischer Flagge auf: Zweite bei den 6- und 7-Jährigen und 5. im Worldcup-Grand Prix!
Zu Hermès’ hoffnungsvollen Nachkommen gehören auch Oria du Chanu und Opsine d’Ivraie, beide im jungen Alter schon mit Sportindices von 121 aufwartend, inzwischen auf Werte kurz unter denen ihres Vaters aufgestiegen. Niskao de Moens mit einem aktuellen (2008) Sportindex von 135, Nispana Rouge (124), Océane du Plessis (134), Ombre des Bruyères (135), Opsine d’Ivraie (121) und Olaf d’Arcamont (133) im Springen sowie Punch de L’Esques (138) in der Vielseitigkeit sind weitere erfolgreiche junge Nachkommen des angloarabischen Schimmels. Bei den Springchampionaten 2008 in Fontainebleau war Hermès d’Authieux meistvertretener und erfolgreichster Vater bei den 6-Jährigen.
Kein Wunder, dass der Hengst in jenem Jahr die Hierarchie der französischen Top-Vererber ganz schön durcheinander brachte ...
In Holstein ist mittlerweile der erste deutsche Fohlenjahrgang des Hermès d'Authieux geboren, die jüngsten Nachwuchshoffnungen wurden seitens der Zuchtleitung als "interessant" eingestuft. Viel Adel, hübsche Gesichter und starke Rücken sind wohl das gemeinsam Charakterisierende der Hermès-Fohlen. Hinsichtlich der Bewegungen sollte allerdings die Stute schon genügend Potenzial mitbringen.
Einige Fohlen mit Trakehnerbrand sind ebenfalls bereits gefallen. Noch ist es freilich viel zu früh, ein Urteil darüber zu fällen, ob dieser angloarabische Schimmel mit seiner überzeugenden Eigenleistung und dem leistungsbetonten Pedigree mit Blutanschluss an in Deutschland hochverdiente französische Beschäler zur heutigen hiesigen Zucht passt und seine Erfolgskarriere fortsetzen kann.
© Karin Schweiger 2009
Fotos: www.jutta-bauernschmitt.de, www.holsteiner-verband.de, www.allbreedpedigree.com
Mit freundlicher Genehmigung von www.trakehnerfreun.de |